Mauritius - Der Friedhof
Friedhöfe finde ich immer spannend. Egal wo auf der Welt: Der Tod ist ja immer etwas sehr intimes, oft auch sehr tabubehaftetes. Und: Ich kenne keinen Friedhof (OK: außer vielleicht Pere Lachaise in Paris und jenes berühmte Eckchen des Highgate Cemetery in London), der speziell für Touristen aufgehübscht worden wäre. Deshalb erfährt man auf Friedhöfen immer viel über die Menschen eines jeweiligen Landstriches; vor allem darüber, wie man vor Ort mit dem Tod an sich umgeht. Auch, wie sich das unterscheidet zwischen arm und reich.
Deshalb habe ich Taxifahrer Dev gebeten, mir einen Friedhof zu zeigen. Zuerst war er erstaunt, diese Anfrage hatte er in 15 Jahren Touristen-Rumkutschieren angeblich noch nie. Aber dann, glaube ich, hat er verstanden. Was man noch wissen sollte: Auf Mauritius gibt es sechs Hauptreligionen. Vier davon, nämlich Katholiken, Protestanten, Hindus und Tamilen, haben gemeinsame Friedhöfe. einen solchen sehen wir hier. Nur Muslime und Chinesen bleiben im Tod unter sich. Die muslimischen Friedhöfe sind außerdem für die Öffentlichkeit gesperrt.
